Ditzingen, 19. März 2024 – Im Juli vergangenen Jahres begannen die Bauarbeiten für Ditzingens erstes kommunales Wärmenetz. Trotz Winterpause sind die Stadtwerke mit dem Verlegen der Rohre für den ersten, rund einen halben Kilometer langen Teilabschnitt im nördlichen Stadtgebiet gut vorangekommen. Schon bei der Planung der Trasse war klar: Größte Herausforderung und technisch anspruchsvollste Bauabschnitt wird die Unterquerung der Glems.
Mit einem aufwändigen Tiefbauverfahren, einer sogenannten Spülbohrung, wurden dabei zunächst Leerrohre für die späteren Fernwärme- und Datenleitungen unter der Glems hindurch „gebohrt“. Mit einem speziellen Spülbohrgerät wurden zunächst 3 nebeneinander liegende Bohrungen erstellt, die danach auf über 40 cm aufgeweitet wurden. Danach konnten die circa 60 m langen Leerrohre mit einem Außendurchmesser von über 30 cm an den Bohrer angehängt und in einem Bogen unter der Glems durchgezogen werden. Nun liegen die Rohre am tiefsten Punkt circa 2 m unter dem Flussbett.
In den kommenden Wochen werden in diese Leerrohre flexible Wärmeleitungen eingezogen und mit den auf beiden Seiten der Glems bereits fertig verlegten Teilen des neuen Wärmenetzes verbunden.
Dank der erfolgreichen Fluss-Unterquerung sind die Stadtwerke zuversichtlich mit dem für Ditzingen wichtigen Pilot- und Referenzprojekt im Zeitplan zu bleiben. Fertigstellung ist für September geplant. Das bedeutet für die ersten Mehrfamilienhäuser entlang von Breslauer- und Bauernstraße, dass sie sich mit Beginn der Heizperiode 2024/2025 voraussichtlich an das neue Wärmenetz anschließen lassen können. Die Wärme kommt aus der Heizzentrale des Schulzentrums Glemsaue. Damit die Heizzentrale künftig die neuen, hohen gesetzlichen Anforderungen erfüllt, wonach die eingespeiste Wärme in neuen Wärmenetzen zu 65 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammen und bis 2045 komplett klimaneutral sein muss, erarbeiten die Stadtwerke derzeit ein Konzept für die Erweiterung der Heizzentrale, damit weiterer Gebäude angeschlossen werden können.